Energiewende in Afrika – Deutschland als Vorbild

April 8th, 2013

Afrika_by_Janine Grab-Bolliger _ Bearbeitung_ Joujou_pixelio.deFoto: Janine Grab-Bolliger / Bearbeitung: Joujou / pixelio.de

Die Energiewende ist ein Thema, welches sich längst nicht mehr auf Deutschland begrenzt. Auch die afrikanischen Staaten haben die erneuerbaren Energien für sich entdeckt. Hier gibt es nicht nur jede Menge Sonne sondern auch Wind, der für die Energieversorgung genutzt werden kann. Um den erneuerbaren Energien zum Durchbruch zu verhelfen, nehmen sich viele der afrikanischen Staaten Deutschland als Vorbild.

Hintergrund für diese ersten Überlegungen ist eine Studie der Heinrich Böll-Stiftung und der World Future Council (WFC), die gezeigt hat, dass afrikanische Staaten mit den erneuerbaren Energien sowohl ihre Wirtschaft fördern wie auch das Klima schonen können. In Südafrika wurde zu diesem Thema kürzlich auch ein entsprechendes Handbuch veröffentlicht: “EEG in afrikanischen Ländern, bester Weg zur Versorgung mit erneuerbaren Energien”. Dieses Handbuch soll nicht nur ein einfacher Leitfaden sein, sondern auch die Entscheidungsträger der Politik in Afrika bei der Energiewende unterstützen. Angedacht ist auch ein Gesetz zur Unterstützung der erneuerbaren Energien – ähnlich dem EEG in Deutschland – um dem Kontinent aus der bestehenden Energiekrise zu helfen. Schon längst kann der steigende Energiebedarf in einigen Ländern mit den eigenen Kapazitäten nicht mehr vollständig gedeckt werden können. Mit der steigenden Nutzung bzw. Umstellung auf erneuerbare Energien könnte diese Lücke von den afrikanischen Staaten gefüllt werden, wobei die Energiewende insbesondere für die ärmeren Staaten eine große Herausforderung ist.

Große Mengen an Energieressourcen für die Energiewende

Anlässlich der Veröffentlichung des Handbuches hat Ansgar Kiene (Afrika-Leiter des WFC) eine Rede gehalten, in welcher er nochmals auf die aktuelle Situation in Afrika einging. Viele Menschen haben in Afrika aktuell gar keinen Zugang zu Strom und auch für die restlichen lässt sich der Bedarf kaum Decken. Die großen Mengen an erneuerbaren Energien, die auf dem Kontinent zur Verfügung stehen, sind hier eine hervorragende Alternative, mit der zusätzliche Energie gewonnen werden können. Schon jetzt verfügen insgesamt 13 Länder Afrikas über eine Energiepolitik, die sich auch auf erneuerbare Energien konzentriert. Eines dieser Länder ist Algerien, welches bis 2030 etwa 40% des eigenen Energiebedarfes über erneuerbare Energien (z.B. Sonnenenergie oder Windenergie) decken möchte.

Im Leitfaden enthalten sind auch einige Fallstudien, die aufzeigen wie die Einspeisung der erneuerbaren Energien in das afrikanische Netz erfolgreich umgesetzt werden kann. Diese sind ein guter Ideenansatz für jene afrikanische Staaten, die sich bisher eher bedeckt hinsichtlich der Energiewende zeigen. Es ist klar, dass die vorhandenen Ressourcen weiter erforscht werden müssen, doch Jonathan Curren (leitender Direktor von “Camco Clean Energy”) gibt zu bedenken, das ein zu schneller Wechsel durchaus auch negative Auswirkungen haben können. So könnten beispielsweise die Strompreise weiter steigen und der Strom damit für weitere Einwohner Afrikas unerreichbar werden.

Es gibt allerdings auch positive Ergebnisse. Kenia beispielsweise setzt bereits jetzt auf erneuerbare Energien und verdeutlicht die positiven Auswirkungen der Energiewende für afrikanische Staaten. Bereits seit 2004 orientiert man sich hier an einer Machbarkeitsstudie, die damals von der Weltbank unterstützt wurde und die enormen Ressourcen des Staates an erneuerbaren Energien verdeutlichte. Um dieses Potential zu nutzen setzte das Land anschließend auf Wasserkraftwerke und benutzte Biomasse sowie den Wind als Energiequellen. Nach nur acht Jahren hat sich die Stromproduktion Kenias durch diese Umstellungen verdoppelt, doch man ist noch lange nicht fertig. Es befinden sich verschiedene Projekte aus dem Bereich der erneuerbaren Energien in der Planung, die in den folgenden Jahren ebenfalls noch umgesetzt werden sollen und die Stromproduktion weiter erhöhen werden.

Damit ist Kenia natürlich ein Paradebeispiel für die Energiewende in Afrika, welches auch im neu veröffentlichten Handbuch genutzt wird. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass es unverzichtbar ist die verschiedenen beteiligten Interessensgruppen in die Umstellung mit einzubeziehen. Hier braucht es neben dem reinen politischen Willen zur Energiewende eben zwingend auch die aktive Unterstützung der Bürger, damit Gesetze zur Energiewende nicht nur entwickelt sondern auch umgesetzt werden.


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