Mythen der Energiewende

Dezember 10th, 2013

Die Energiewende ist und bleibt ein großes Thema in den Medien. Nicht alles entspricht dabei den Tatsachen, viele Mythen werden immer wieder aufgegriffen und weiter verbreitet. Viele dieser Mythen haben sich inzwischen so verfestigt, dass sie von vielen als feste Tatsache angesehen werden. Grund genug, um einige davon einmal aufzugreifen und klarzustellen.

Die Strompreise steigen aufgrund der Energiewende

Die Strompreise sind ein zentrales Thema des Wahlkampfes gewesen – nicht zuletzt aufgrund der deutlichen Steigerung in diesem und der zu erwartenden Anhebung im kommenden Jahr. Es wird dabei immer wieder suggeriert, dass diese Steigerung durch die erneuerbaren Energien verusacht werden. Tatsächlich machen die Erneuerbaren aber gerade einmal ein Drittel der Stromkosten aus. Dies hat sich seit dem Jahr 2000 nicht geändert. Woher aber kommen dann die Preissteigerungen? Die Stromerzeugung aus konventionellen Energien ist aufwendig und mit den sinkenden Ressourcen immer schwieriger, im Umkehrschluss steigen die Kosten. Dies wirkt sich wie auch der Vertrieb und die Margen der Energieversorger auf den Strompreis aus und erhöht ihn.

Die EEG-Umlage wächst aufgrund der teuren Erneuerbaren Energien

Die EEG-Umlage ist recht undurchsichtig gestaltet, sodass die daraus resultierende Entstehung dieses Irrglaubens nicht unbedingt überraschend ist. Um einmal vorn zu beginnen, betrachten wir zunächst die Förderungen der Erneuerbaren Energien. Diese ist in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut und verbessert worden. Gerade im Hinblick auf die Stromerzeugung ist hier viel unternommen worden. Das ist zwar teuer, birgt im Vergleich zu traditionellen Energien jedoch auch das größte Einsparpotenzial. Betrachtet man allein die letzten vier Jahre, dann zeigt sich eine Reduktion der Kosten um mehr als 50%. Ergänzend sind die Sätze für die Förderung der Erneuerbaren Energien immer weiter reduziert worden – besonders im Bereich der PV-Anlagen. Dies hat reduzierende Auswirkungen auf die EEG-Umlage und auch die Erneuerbaren wurden so preiswerter.

Das Problem findet sich jedoch auf der anderen Seite, denn während die Erneuerbaren immer mehr Vorteile bringen, wurden die Privilegien für die energieintensive Industrie immer weiter ausgedehnt. Da sie die Umlage nur im begrenztem Maße bezahlen müssen, werden die hier fehlenden Einnahmen auf die übrigen Verbraucher verteilt. Da der zu ersetzende Betrag recht beachtlich ist, steigt die EEG-Umlage entsprechend um dies auszugleichen. Gleichzeitig sinkt der Börsenstrompreis, denn es gibt immer mehr Strom auf dem Markt. Das Bild der EEG-Umlage und des Strompreises für Endverbraucher wird dadurch allerdings noch zusätzlich verzerrt. Um hier eine Verbesserung zu schaffen, muss also die Umlage einmal grundlegend überdacht werden. Würden diese Sondereffekte wegfallen, könnte die EEG-Umlage um mehr als ein Drittel günstiger ausfallen.

Der Strompreis würde stabil bleiben sofern die Erneuerbaren nicht mehr gefördert werden

Der Strompreis resultiert nicht allein aus der Förderung der erneuerbaren Energien. Auch die Erzeugungskosten sowie die Gewinnmargen und der Vertrieb der Energieversorger spielt in die Gestaltung des Strompreises mit rein. Zudem sollten die anfallenden Investitionen zur Versorgungssicherung nicht außer Acht gelassen werden:

  • Viele der heute zur Stromerzeugung genutzten Kraftwerke sind veraltet.
  • Es wird immer aufwendiger und damit kostspieliger fossile Brennstoffe zur Stromerzeugung zu nutzen.
  • Sofern ein altes Kraftwerk nicht in ausreichendem Maße saniert werden kann, müssen neue Kraftwerke zur Deckung des Energiebedarfs gebaut werden.

Weitere Informationen und klargestellte Mythen gibt es hier.


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