Solar-Irrtümer – wir räumen auf

Immer wieder hört man verschiedene Vorteile und oft komplette Irrtümer bezüglich Solarenergie und Solarthermie. Grund genug diese nun einmal zu benennen und schrittweise mit ihnen aufzuräumen. Im Ergebnis gibt dies einen Überblick darüber was viele denken, aber nur wenige wirklich wissen.

1. Irrtum: Sonnenenergie kann nur zur Stromproduktion genutzt werden

Wer von der Nutzung der Sonne als Energiequelle spricht, meint meist die Nutzung über eine Photovoltaikanlage. Was viele dabei vergessen: Solarthermie ist ein ebenfalls sehr interessanter und vor allem vielversprechender Ansatz zur Nutzung der Sonnenenergie. Schon jetzt kann mit einer Solarthermie Anlage ein Großteil des Warmwasserbedarfs und sogar ein Teil der benötigten Raumwärme gedeckt werden.

2. Irrtum: Solarenergie wird heute nur noch gering gefördert

Die Förderung oder eventuelle Nicht-Förderung von Solarenergie ist ein viel diskutiertes Thema während der Überlegungen zur Anschaffung einer PV oder Solarthermie Anlage. Was viele nicht bedenken: Die Förderungen in diesem Bereich wurden zuletzt sogar noch erhöht. Wer eine Solarthermie Anlage installiert erhält nach den aktuellen Förderrichtlinien mindestens 1500€ bei Einhaltung der Förderrichtlinien. Bei Kombination mit einem Pelletkessel ist sogar eine höhere Förderung möglich. Auch Sanierungsarbeiten in Verbindung mit der Einrichtung von Solarthermieanlagen wird gefördert – in diesem Fall neben ist neben der Bafa-Förderung auch eine Förderung durch die KfW-Bank möglich.

3. Irrtum: Es müssen alle auf Ökostrom umsteigen, damit die Energiewende gelingt

Die Energiewende basiert nicht ausschließlich auf Strom. Dennoch wird von vielen der Umstieg auf Ökostrom als einziger Bestandteil der Energiewende angesehen. Doch auch Raumheizung und Warmwasserbereitstellung gehören zu den Verbrauchsfaktoren in den deutschen Haushalten. Entsprechend müssen sie auch bei der Energiewende berücksichtigt werden. Ihr Anteil am Energieverbrauch in Deutschland liegt sogar bei 87% und damit deutlich über dem Stromverbrauch, der gerade einmal ca. 13% ausmacht. Damit die Energiewende gelingt sollten also mehr Haushalte erneuerbare Energien für Heizung und Warmwasser verwenden.

4. Irrtum: Solaranlagen sind nur im Süden lohnenswert

Der Irrtum liegt hier in der Überlegung der am eigenen Standort vorhandenen Sonnenstunden. In Hamburg gibt es im Jahr beispielsweise durchschnittlich 1.487 Sonnenstunden, was eine gute Basis für die Nutzung von Solarenergie und Solarwärme bietet. Die in der Solarthermie genutzten Vakuumröhrenkollektoren sind beispielsweise auch bei diffusem Licht (geringer Lichteinfall) sehr effizient und produzieren dennoch eine rentable Wärmemenge. Damit lässt sich der Warmwasserbedarf über das Jahr oft zu mindestens 80% decken. Natürlich ist die Ausbeute im Süden im Vergleich größer. Gleichzeitig steigt hier jedoch auch die Gefahr einer Anlagenstagnation, die nur durch entsprechende Konzipierung der Anlage reduziert werden kann.

5. Irrtum: Im Winter ist Heizen mit Sonnenwärme nicht wirklich effizient

Die Sonnenenergie ist im Winter natürlich geringer als im Hochsommer. Die Betrachtung erfolgt jedoch über das gesamte Jahr. Im Sommer kann der Bedarf an Warmwasser beispielsweise vollständig über die Solarthermieanlage gedeckt werden. Heizkosten entfallen dadurch komplett. Erst wenn die über die Sonne erwirtschaftete Wärme zur Bereitstellung des Warmwassers und im Winter für die zusätzliche Beheizung der Räume nicht mehr ausreichend ist, wird die eigentliche Heizung zugeschaltet.

6. Irrtum: Speicher für Sonnenenergie sind teuer

Hier muss zwischen Solarthermie und Photovoltaik unterschieden werden. Die Solarthermie Speicher sind bereits effizient, sehr hochwertig sowie langlebig konzipiert und keinesfalls teuer. Anders verhält es sich sicherlich mit den Solarstromspeichern, die nun erst langsam interessant werden. Die Entwicklung effizienter Speicherbatterien läuft derzeit auf Hochtouren, was sich auch im höheren Preis der Solarstromspeicher zeigt.


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