Basiswissen: Solarer Deckungsgrad

Mai 15th, 2013

Wer sich viel mit erneuerbaren Energien und beispielsweise der Solarthermie beschäftigt, kommt an verschiedenen Fachbegriffen nicht vorbei. Zu diesen gehört auch der Begriff “solarer Deckungsgrad”, der als eine wichtige Kenngröße für solarthermische Anlagen genutzt wird. Schon bei der Planung der Anlage spielt er eine nicht zu vernachlässigende Rolle und wird durch zahlreiche Faktoren und andere Kenngrößen in diesem Bereich beeinflusst.

Solarer Deckungsgrad – Einflussfaktoren

Wird der solare Deckungsgrad für eine Anlage betrachtet, werden in der Überlegung verschiedene andere Begriffe systematisch betrachtet:

  • der individuelle Wärmebedarf des Einzelnen
  • die Regelung der Heizung
  • die Größe der geplanten Anlage
  • das Verbrauchsverhalten
  • die Temperaturen im Rücklauf
  • die Ausrichtung der Anlage, der Standort und eventuell vorherrschende äußere Einflüsse sowie die Art der genutzten Kollektoren
  • Größe und Art des Speichers
  • der Wirkungsgrad der installierten Kollektoren/Anlage

Diese zahlreichen Faktoren führen entsprechend zu einer enormen Vielfalt im Ergebnis. Ein solarer Deckungsgrad kann daher auch unmöglich standardisiert für solarthermische Anlagen benannt werden. Auf ecoquent-positions.com haben wir eine tolle Grafik zur Veranschaulichung der Schwankungen des Deckungsgradet auch innerhalb eines Jahres gefunden:

Die Grafik zeigt den sich ändernden Wärmebedarf der Heizung über die verschiedenen Jahreszeiten und Monate. Der Ertrag der Solarthermie Anlage verhält sich im Verlgeich genau gegensätzlich – im Sommer wird ein besonders hoher Ertrag erzielt während er im Winter deutlich sinkt. Der Bedarf an Warmwasser ist dagegen sehr konstant und kann dadurch gut über die Solaranlage gedeckt werden.

Solarer Deckungsgrad – die Berechnung

Es gibt zwei mögliche Wege um den solaren Deckungsgrad zu ermitteln: Zum Einen kann der Ertrag der Kollektoren mit der tatsächlich genutzten Wärmemenge in Verbindung gebracht werden. Hierbei sollten natürlich auch eventuelle Speicherverluste berücksichtigt werden um die solare Deckung realistisch zu ermitteln. Alternativ kann der Ertrag der Kollektoren jedoch auch zusammen mit der zur Nachheizung notwendigen Energiemenge betrachtet werden. Dabei ergibt sich im Vergleich oft sogar ein höherer Wert für den solaren Deckungsgrad.

Dennoch sollte dieser Wert nicht aus ausschlaggebender Maßstab für die Konzeption einer solarthermischen Anlage angesehen werden. Es sollte bedacht werden, dass der eigentliche Kollektorertrag bei einer Steigerung des Deckungsgrades sinkt, da die Anlage in den warmen Sommermonaten häufiger in Stagnation gerät. Hier sollte entsprechend abgewogen und im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit der Anlage entschieden werden.


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