Heizkosten bei Gebäudesanierung oft vernachlässigt

Die steigenden Strompreise sind aktuell ein stark diskutiertes Thema, die Heizkosten werden allerdings kaum beachtet und von Medien und Politik stetig klein geredet. Dabei sieht es hier nicht viel anders aus. Die Heizkosten nehmen den größten Anteil in den Energiekosten der deutschen Haushalte ein und sind in den letzten Jahren ähnlich deutlich angestiegen wie die Strompreise. Dennoch werden sie kaum beachtet, warum?

Strompreise sind aktuell im Rahmen der Energiewende das stärker disktuierte Thema, mit dem sich mehr Aufmerksamkeit erzielen lässt. Dies bietet im Rahmen des Wahlkampfes natürlich Potential aus Sicht der Politik. Zudem wird die energetische Gebäudesanierung auch in den Medien oft nur nebensächlich erwähnt oder in weiten Teilen mit einer besseren Dämmung der Außenfassade der Immobilie gleichgesetzt. Die anderen Möglichkeiten für eine energieeffiziente Sanierung finden hier nur selten Beachtung, weshalb wir noch einmal auf sie eingehen möchten.

Wärmedämmung als Problemfall in der Gebäudesanierung

Wärmedämmverbundsysteme sind bereits seit einiger Zeit in Mißkredit geraten, was sich in weiten Teilen auch auf die restlichen Möglichkeiten der energetischen Gebäudesanierung auswirkt. Natürlich gibt es immer mal wieder Probleme mit der Wärmedämmung von Fassaden, doch kann weder das Algenwachstum noch ein schlechter Brandschutz einiger Materialen als genereller Kritikpunkt angesehen werden. Mit verschiedenen Materialien und einer entsprechenden Planung lässt sich hier schon jetzt einiges erreichen, sodass es nicht nötig ist bzw. ein falsches Bild gibt sofern sämtliche Wärmedämmungen über einen Kamm geschoren werden.

Studie zur energetischen Gebäudesanierung

Die KfW Bank hat die Prognos AG mit einer Studie beauftragt, in der die energetische Sanierung genauer betrachtet wurde. Dabei wurden jedoch einige Kritikpunkte völlig außer Acht gelassen: So wurde zum Beispiel aus Gründen der Vereinfachung lediglich mit einer Vollsanierung gerechnet. Teilsanierungen wurden entsprechend umgerechnet oder auch aufaddiert. Dadurch sind die Teilsanierungen für den Einzelnen in der Studie kaum bewertbar zumal in einigen Fällen eine teilweise Sanierung durchaus ausreichend ist. Gleichzeitig kann man bei einer teilweisen Gebäudesanierung die einzelnen Maßnahmen sehr gut miteinander vergleichen und so die kosteneffektivste auswählen. Ergänzend gibt es auch einige Maßnahmen, die in einer Vollsanierung kaum beachtet werden, bei einer Teilsanierung weiteren Maßnahmen aber auch nicht im Wege stehen. Zu diesen Maßnahmen gehört insbesondere die Verbesserung der Dämmung in der obersten Geschossdecke sowie die Dämmung der Kellerdecke und bei Bedarf eine Kerndämmung bei hinterlüfteten, zweischaligen Außenwänden. Zu beachten ist unabhängig davon, dass die ergänzenden Kosten für eine bessere Dämmung (wie die Kosten für Gerüstarbeiten, Verputzen und ggf. den Anstrich der Fassade) in der Studie ebenfalls nicht berücksichtigt oder in die Gesamtkosten der energetischen Sanierung eingerechnet wurden.

Preisentwicklung in der Energiewirtschaft

Das die Preise steigen ist längst kein Geheimnis mehr. Schaut man sich die besonders häufig genutzten Energieträger an, dann ist ein Anstieg der Kosten unübersehbar. Allein in den letzten zehn Jahren haben sich die Heizkosten für einen durchschnittlichen Haushalt in einer Altbau-Immobilie um etwa 1.000€ im Jahr erhöht. Ein Ende des Anstiegs ist nicht in Sicht – umso wichtiger ist eine Gebäudesanierung. Auch bei steigenden Energiekosten kann so Geld gespart werden, was sich oft schon in kurzer Zeit bemerkbar macht.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.