Solarthermie 2010 und 2011

Vakuum-RöhrenkollektorFür die Solarthermie war 2010 ein schwieriges Jahr in Deutschland, wo die Wärmegewinnung aus Sonnenkraft hauptsächlich dazu diente, Heiz- und Brauchwasser bereitzustellen. Die Aussichten 2011 sind allerdings erheblich besser. International gesehen hellt sich das Investitionsklima für Strom aus Sonnenwärme dank verschiedener staatlicher Maßnahmen weiter auf.

Im vergangenen Jahr ging der Absatz von Solarthermie in Deutschland stark zurück. So wurden 2010 etwa 100.000 Anlagen neu installiert. Ein Rückgang von rund 26% im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt betreiben die Deutschen damit etwa 1,5 Millionen Heizungen mit Hilfe der Solarthermie. Als Hauptursachen für den starken Einbruch der Verkaufszahlen nennen Branchenvertreter die Verunsicherung der Verbraucher durch die Wirtschaftskrise und den Schlingerkurs der Politik. So war das Marktanreizprogramm zur Förderung von Solarheizungen im Mai vergangenen Jahres erst ausgesetzt und dann Mitte Juli mit verschlechterten Konditionen wieder aufgenommen worden. Der Solathermie als Industrie hat dies augenscheinlich nicht gut getan. Dennoch blicken die Unternehmen optimistisch in die Zukunft. Der Markt verspricht, sich in diesem Jahr erheblich zu beleben. Gründe hierfür sind zum einen der hohe Ölpreis, der sich mit über 100 Dollar pro Barrel derzeit auf einem zwei Jahreshoch befindet und damit Solarthermie im Vergleich mit herkömmlichen Heizsystemen zu einer im Betrieb kostengünstigen Alternative macht. Zum anderen besteht in Deutschland nach wie vor ein sehr hoher Sanierungsbedarf, was Heizanlagen angeht, und die Unternehmen der Solarthermie hoffen diesen Bedarf zu einem Gutteil bedienen zu können.

International sorgen besonders zwei Entwicklungen für Optimismus bei den Bauern von Solarthermie Kraftwerken. In den USA hat Präsident Barack Obama den sogenannten Treasury Cash Grant um ein Jahr verlängert. Damit werden Investitionen in Erneuerbare Energien wie Solarthermie auch weiterhin direkt mit bis zu 30% bezuschusst. In Spanien sorgt ein bereits im Dezember in Kraft getretenes königliches Dekret zur Regelung der Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Quellen nun für Rechts- und Investitionssicherheit. Die Erwartungen zur globalen Entwicklung der Solarthermie sind daher auch überaus positiv. Zwei internationale Studien gehen davon aus, dass die Stromerzeugungskosten aus solarthermischen Kraftwerken bis 2025 um 30-50% zurückgehen werden und bis dahin eine Gesamtleistung von bis zu 100 Gigawatt weltweit installiert werden wird.

Unklar ist allerdings wie sich die derzeitige Lage in Nordafrika auf das Geschäft mit Solarthermie auswirken wird. So hatte unter anderem Marokko den Bau eines 125 Megawatt Kraftwerkes ausgeschrieben. Die Unruhen im arabischen Raum bringen derzeit viele ambitionierte Projekte zum Erliegen. Wie lange die Verzögerung anhält und wie die langfristigen Auswirkungen sein werden, lässt sich derzeit nicht abschätzen.


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