Photovoltaik: Stromproduktion, die bald nur noch kostet?

Der Photovoltaik Markt hat es aktuell nicht leicht. Die Bundesregierung hat mit ihrer EEG Reform einen neuerlichen Sargnagel eingeschlagen und feiert diesen “Erfolg” als große Verbesserung für die Strompreise. Immer wieder wurden in den vergangenen Monaten PV-Anlagen Besitzer als Mitschuldige in der Entwicklung des Strompreises gesehen. Das es sich hierbei nur um Augenwischerei handelt und die tatsächlichen Ursachen kaum bis gar nicht bedacht werden, bemerkt hier kaum einer.

Neuester Ansatz: Erhebung einer EEG Umlage auf selbst produzierten und genutzten Strom. Wer nun bereits eine PV-Anlage besitzt oder darüber nachgedacht hat eine entsprechende Anlage auf dem eigenen Dach installieren zu lassen, denkt sich nun: seit wann bezahlen wir die Sonne? Wieso eine Umlage für etwas bezahlen, das man selbst produziert. Zwar sind kleine Anlagen von bis zu 10kWp von dieser Regelung ausgenommen, allerdings auch nur für die nächsten Jahre. Anschließend will die Bundesregierung über diese Ausnahmeregelung noch einmal beraten und hier ggf. erneut anpassen. Wie danach die Entwicklung aussehen wird, kann nur vermutet werden. Doch schon jetzt zeigt sich, dass die Stimmung nach dem anfänglichen Jubel rund um das Thema Photovoltaik nun klar am kippen ist – nicht zuletzt aufgrund der schlichtweg falschen Informationsdarstellung der Politik.

Die Energiewende hat sich in den letzten Monaten zusammenstreichen lassen auf nur einen Begriff: Strompreis. Sämtliche Vorzüge der Erneuerbaren sowie Ansätze einer erfolgreichen Energiewende sind im Schatten des überteuerten Strompreises verschwunden. Die lange angekündigte und viel diskutierte EEG Reform war aus Sicht aller – Kritikern wie Befürwortern der Erneuerbaren – unumgänglich, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Die letztlich beschlossene Reform, zeigt eine klare Richtung, welche sich nicht mit allen Sichtweisen der Energiewende vereinen lässt. Photovoltaik Anlagen gehören hier zu den großen Verlierern der EEG Reform. Hier kann sich jeder ausrechnen, dass die Investitionen in PV-Anlage in der Konsequenz drastisch zurückgehen werden.

Eine Frage, die sich in Konsequenz der neuerlichen Entwicklungen ergibt ist klar jene nach dem Nutzen von Photovoltaik Anlagen. Selbst produzierter Stom, der auch noch bezahlt werden muss – wo bleibt da der Spargedanke? Während es immer Ziel gewesen ist, möglichst große Mengen des produzierten Stroms auch selbst zu verbrauchen um so Kosten einzusparen, kann man sich jetzt fast überlegen wie viel das eigentlich noch bringt. Bedenkt man die Investitionskosten für eine PV-Anlage und die im weiteren Verlauf der Nutzung ggf. noch anfallenden Kosten und rechnet dies dann unter Beachtung der EEG-Umlage gegen die reellen Stromkosten am eigenen Standort auf, wann amortisiert sich dann eine solche Anlage? Speicherlösungen sind zwar gut und verhelfen zu einer effizienten Eigennutzung des produzierten Stroms, erhöhen jedoch auch die Investitionskosten. Viele Projektierungen müssen infolge der aktuellen Entwicklungen nochmals überdacht und ihre Wirtschaftlichkeit erneut geprüft werden.

In der Vergangenheit hat sich die PV-Branche auch nach alternativen Wegen zur Nutzung des Solarstroms umgesehen. Ein großer Punkt war hier das Heizen über eine PV-Anlage wobei die Nutzung eines Elektroheizstabs oder einer Wärmepumpe klar im Vordergrund stand. Es wurde bereits viel über den Nutzen von PV zur Heizungsunterstützung diskutiert, ohne wirklich eindeutiges Ergebnis. Solarthermie wurde im Vergleich zwar als effizienter angesehen, galt aber auch immer als teurer. Dieser Gedanke kann bzw. wird nun vermutlich von vielen noch einmal neu bewertet, denn eines ist zumindest bisher sicher: auf Solarthermie gibt es derzeit keine Umlage (zumindest soweit die Stromkosten für das Betreiben von Pumpe und Steuerung nicht berücksichtigt werden).


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