“Sächsischer Gewerbeenergiepass” hilfreich beim Energiesparen

Übergabe der Gewerbeenergiepässe – Foto: Sächsische Energieagentur -SANEA GmbH

18 sächsische Unternehmen haben nun den “Sächsischen Gewerbeenergiepass” erhalten und ergänzen damit die bisherigen Reihen der energiesparenden Unternehmen in Sachsen. Dieser Pass gilt als innovatives Software-Instrument, mit dem eine energetische Betriebsstruktur umfassend abgebildet werden kann. Über sie werden sämtliche Energieströme erfasst, eventuelle Verluste sichtbar und Vorschläge für passende Maßnahmen zur Verbesserung gemacht. Eine zeitnahe Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen wird mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds zur Regionalen Entwicklung gefördert. Insgesamt 110 Unternehmen haben sich bereits im Rahmen des “sächsischen Gewerbeenergiepasses” untersuchen und zertifizieren lassen.

Die Übergabe an die 18 neuen Unternehmen fand auf dem zweiten Stammtisch des “Sächsischen Gewerbeenergiepasses” (SäGEP) statt. Ausgerichtet wurde dieser in den Räumen der WOBEK GmbH, einem Anbieter von Glas-, Kunststoff- und Metallbeschichtungen in Stollberg. Auch dieses Unternehmen gehört zu den Energiesparern und konnte durch Wärmerückgewinnung an gasbetriebenen Einbrennöfen sowie deren Nutzung zur Gebäudeheizung und einer ergänzenden Umrüstung der Beleuchtung den Stromverbrauch um etwa 26% reduzieren. Der Erdgasverbrauch wurde ebenfalls um mehr als 50% reduziert. Insgesamt spart die WOBEK GmbH dadurch etwa 10.000€ im Jahr an Energiekosten wobei die Invesitionen des Unternehmens in diesem Bereich vom Bundesland Sachsen mit insgesamt 12.000€ gefördert wurden.

Ablauf und Zielsetzung des sächsischen Gewerbeenergiepasses

Die Beratung für den Gewerbeenergiepass unterteilt sich in insgesamt drei Schritte, die ausschließlich von entsprechend qualifizierten Energieberatern durchgeführt werden dürfen. Zunächst wird hierbei der energetische Ist-Zustand ermittelt um Einsparpotentiale aufzudecken und Maßnahmen zur Verbesserung zu erarbeiten.

erster Schritt
Erfassung des Strom-, Wärme- und Brennstoffverbrauchs für das jeweilige Unternehmen sowie die Identifikation der Hauptverbraucher in den einzelnen Prozessen mit einem besonders hohen Energieverbrauch.

zweiter Schritt
Die erfassten Kennzahlen werden nun mit branchenübergreifenden Querschnittstechnologien verglichen um Einsparpotenzial zu identifizieren und Verbesserungsmaßnahmen zu erarbeiten, die sowohl technisch machbar wie auch wirtschaftlich sind.

dritter Schritt
Es wird ein Abschlussbericht mit konkreten Empfehlungen für Maßnahmen und Angaben zum Einsparpotential sowie den Investitionskosten und Fördermöglichkeiten erstellt.

Systeme zum Energiemanagement nach DIN 16247-1 und ISO 50001

Schon 2008 wurde der “sächsische Gewerbeenergiepass” im Bundesland Sachsen eingeführt, welches damals sogar noch vor der Einführung der Normen für Energiemanagementsystemen agierte. Ab 2013 wird zum Beispiel von Unternehmen für den Spitzenausgleich gemäß §10 des Stromsteuergesetztes sowie gemäß §55 des Energiesteuergesetzes und für die besondere Ausgleichsregelung gemäß §41 des EEG ein Nachweis über die Einführung eines Systems zum Energiemanagement nach der ISO 50001 Norm gefordert. Kleine bzw. mittelständische Unternehmen mit höchstens 250 Mitarbeitern können ein einfacheres System gemäß der DIN 16247-1 Norm nutzen.


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