Energie und ihre vielen Bezeichnungen

Kurt F. Domnik / pixelio.deFoto: Kurt F. Domnik / pixelio.de

Wer sich mit dem Feld der Solarenergie beschäftigt stößt unweigerlich auf eine Vielzahl von Begriffen, welche die Energie an sich in verschiedene Bereiche unterteilen. Dazu gehören neben der Nutzenergie auch Begriffe wie Primär- und Sekundärenergie, Endenergie und natürlich der Heizwärmebedarf. Das kann natürlich schon einmal zu Verwirrungen führen, da diese Begriffe in Fachkreisen ganz selbstverständlich für unterschiedlichste Ausführungen und Erklärungen verwendet werden. An dieser Stelle soll nun ein Überblick über die Begriffe und ihre Bedeutungen gegeben werden.

Primäre Energie

Der Begriff “Primärenergie” bezeichnet eine in einer natürlichen Quelle vorkommende Energie. Ideal ist die Beschreibung über ihren Brennwert in Kilowattstunden (bei fossilen Energieträgern). Betrachtet man beispielsweise ein Kilo Erdöl, dann enthält es ungefähr 11,8 kWh Energie. Bei Kohle ist dagegen nur mit etwa 5,4 Kilowattstunden zu rechnen und Brennholz schafft es durchschnittlich gar nur auf etwa 4,1 kWh.

So können die verschiedenen Energieträger natürlich leicht miteinander verglichen und bewertet werden. Anders verhält es sich allerdings beispielsweise bei Atomenergie. Die Schwierigkeit der Bewertung liegt hier ursächlich in den physikalischen Vorgängen innerhalb der Atome. Damit die Kernspaltung jedoch durchgeführt werden kann, muss zunächst einiges an Energie zur Gewinnung des Urans aufgewendet werden. Die Spaltung von einem Gramm Uran bringt dann jedoch in etwa so viel Energie wie rund 1,5t Kohle. Das ist zwar deutlich mehr, muss aber auch mit der aufgewendeten Energie ins Verhältnis gesetzt werden.

Die Solarenergie beruht dagegen auf den Kernfusionen im Inneren der Sonne. Diese ist verglichen mit einem Menschenleben scheinbar unendlich und steht so über einen extrem großen Zeitraum zur Verfügung. Der Aufwand für diese Enerergie ist quasi gleich null, da sie bereits fertig an der Erde ankommt.

Sekundärenergie

Betrachtet man im Vergleich hierzu nun Energieformen, die aus der Umwandlung einer anderen Energie resultieren, dann wird von der sogenannten Sekundärenergie gesprochen. Der Energieerhaltungssatz ist vielen aus dem Physikunterricht während der Schulzeit noch ein Begriff. Dieser besagt, dass Energie nicht verschwinden sondern nur umgewandelt werden kann. Ein gutes Beispiel hierfür ist Wärmeenergie, die beispielsweise durch Verbrennung erzeugt werden kann. Auch die Stromerzeugung aus der Bewegungsenergie von Wasser, Wind oder anderen Gezeiten. Die Primärenergie wird dabei allerdings nicht vollständig in Strom umgewandelt, sondern zumindest zu einem Teil auch an die Umwelt abgegeben.

Nutzenergie, Endenergie und Wirkungsgrad

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Der Teil der sekundären Energie, der nach der Umwandlung und dem Weg zum Verbraucher letztlich dort noch ankommt, wird als Endenergie bezeichnet. Setzt man diese Energie ins Verhältnis mit der eingesetzten Energie erhält man daraus den sogenannten Endenergiefaktor (auch Primärenergiefaktor genannt). Von dieser Endenergie wird vom Verbraucher ebenfalls wieder nur ein Teil genutzt. Dieser Anteil wird dann als Nutzenergie bezeichnet, während der Rest beispielsweise in Wärme umgewandelt wird – zum Beispiel bei einer Glühbirne. Der Teil der tatsächlich als Energie genutzt wird, gibt zudem Auskunft über den Wirkungsgrad.

Der Begriff der grauen Energie

Um die Energie für die Nutzung zu erzeugen muss schon im Vorfeld einiges an Energie aufgewendet werden. Bedenkt man beispielsweise den Aufwand für die Rohstoffförderung oder aber den Transport, so wird hier mal mehr mal wenige Aufwand betrieben. Die hierfür aufgewendete Energie wird auch als Graue Energie bezeichnet, wobei sie nicht in die Beurteilung der Primärenergie mit einbezogen wird. Dadurch ist auch nicht immer direkt erkennbar, ob ein Haus über eine gute oder eben eine weniger gute energetische Qualität verfügt.


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