Basiswissen: Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)

Neben dem EEG ist das EEWärmeG ein wichtiger Punkt in der Energiewende. Es wurde bereits 2009 verabschiedet und 2011 nochmals etwas verändert. Dennoch tauchen oft verschiedenste Fragen zum Inhalt des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz auf, welche wir in diesem Artikel zumindest grundsätzlich beantworten möchten.

Ziel und Zweck des EEWärmeG

Der Zweck des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes ist klar die Unterstützung der Erneuerbaren Energien und damit der Energiewende. Fossile Ressourcen sollen nachhaltig geschont und die Abhängigkeit von Energieimporten gleichzeitig reduziert werden. Dies funktioniert nur bei einer steigenden Verwendung von erneuerbaren Energien, die auch von den Immobilien selbst produziert werden können. Seit 2011 begrenzt sich diese Ausrichtung nicht mehr auf private Neubauten sondern insbesondere auch auf öffentliche und gewerbliche Immobilien, die eine Art Vorbildfunktion einnehmen sollen.
 

Was sind erneuerbare Energien?

Nach dem EEWärmeG sind erneuerbare Energien:

  • Die Wärme, die dem Erdboden entnommen wird (Geothermie).
  • Wärme, die Luft oder auch Wasser entnommen und technisch nutzbar gemacht wird.
  • Aus der Solarenergie gewonnene und nutzbar gemachte Wärme (Solarthermie).
  • Aus gasförmiger, flüssiger oder auch fester Biomasse gewonnene Wärme, wobei die Abgrenzung in die einzelnen Aggregatzustände zum Zeitpunkt des Eintritts der Biomasse in die eigentliche Wärmeerzeugung erfolgt.

Gleiches gilt übrigens auch für gewonnene bzw. nutzbar gemachte Kälte aus den beschriebenen Punkten.
 

Weitere Begriffserklärungen im Sinne des EEWärmeG

Doch nicht nur die erneuerbaren Energien sind ein zentraler Begriff des Gesetzes, auch die Begriffe “Abwärme”, “Fernwärme” bzw. “Fernkälte”, “(grundlegende) Renovierung” sowie “Nutzfläche” und “öffentliches Gebäude” sind wichtige Punkte im Gesetz. Ihre Bedeutung und Interpretation im Sinne des Gesetzes ist entscheidend für die Einhaltung der Vorgaben. Eine genaue Ausführung der Begriffe kann beispielsweise hier eingesehen werden.

Nutzungspflicht

Zentraler Punkt im EEWärmeG ist die Nutzungspflicht der erneuerbaren Energien bei neu errichteten Immobilien. Diese Pflicht gilt dabei für Gebäude, deren Nutzfläche mehr als 50 Quadratmeter beträgt und die mit Hilfe von Energie gekühlt oder beheizt werden. Darunter fallen sowohl private Gebäude wie auch verschiedenste Betriebsgebäude. Ausgenommen sind:

  • Betriebsgebäude, die vorwiegend zur Haltung oder Aufzucht von Tieren genutzt werden.
  • Betriebsgebäude, die entsprechend ihrem Verwendungszweck lang anhaltend oder auch großflächig offen gehalten werden müssen.
  • neue unterirdische Bauten.
  • Gebäude, die religiösen Zwecken dienen.
  • Wohngebäude, die über einen geringeren Zeitraum von 4 Monaten im Jahr genutzt werden.

Bei der Nutzung der erneuerbaren Energien müssen jedoch ebenfalls einige Punkte berücksichtigt werden. Die installierte Solarthermieanlage mus beispielsweise 15% des Kälte- bzw. Wärmebedarfs der Immobilie decken. Mit einer modernen Solarthermieanlage ist dies heute jedoch kein Problem mehr. Bei der Nutzung von Erd- oder Umweltwärme muss dagegen eine Deckung des Bedarfs von mindestens 50% erreicht werden.

Ersatzmaßnahmen

Nicht immer lassen sich die Vorgaben aus dem EEWärmeG jedoch so einfach umsetzen. Aus diesem Grund sind auch einige Ersatzmaßnahmen im Gesetz verankert worden, mit deren Hilfe es bei Neubauten einfacher sein soll, die Bestimmungen zu erfüllen. Eine Aufschlüsselung der Ersatzmaßnahmen kann beispielsweise hier nachgelesen werden.


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